Bildung + Lernen gGmbH

 
 

13.04.2018 | Auf Initiative des Jobcenters und in Zusammenarbeit  des Kreises Unna, der AWO Tochtergesellschaft Bildung + Lernen gGmbH und der VKU ist Ende 2017 ein Projekt an den Start gegangen, das über das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ gefördert wird.

Ein halbes Jahr nach Projektstart lässt sich eine positive Bilanz ziehen. Neun Busbegleiter sind im Kreis Unna unterwegs und unterstützen VKU-Kunden, wenn sie während ihrer Fahrten mit dem Bus Hilfe benötigen. „Dieses Projekt ist ein Glücksfall für alle Beteiligten“, so Landrat Michael Makiolla, „denn Menschen, die seit einigen Jahren arbeitslos sind, finden darüber den Weg zurück ins Berufsleben. Sie übernehmen Verantwortung, erhalten Bestätigung und gewinnen so an Selbstvertrauen. Auf der anderen Seite wird besonders älteren Menschen Unterstützung beim Busfahren gewährt, Hilfe die in früheren Zeiten einmal ein Schaffner übernahm.“

„Eine Beteiligung an diesem Projekt war für uns selbstverständlich, da wir damit unsere kommunale Verantwortung übernehmen und gleichzeitig den Service der VKU stärken“, so André Pieperjohanns Geschäftsführer der VKU.

Uwe Greif, Leiter des VKU-Betriebshofes in Lünen kann dem nur beipflichten: „Mit der Schulung der Projektteilnehmer und der Koordination ihrer Einsätze geben wir nicht nur den Busbegleitern mehr Selbstwertgefühl, sondern tun auch etwas für unsere Kunden, damit das Busfahren mit der VKU noch komfortabler wird.“

Die Aufgaben, die früher mal ein Schaffner übernommen hat, sind heute unbezahlbar. Da kommt der Einsatz der Busbegleiter gerade richtig, denn sie bieten den Fahrgästen Unterstützung an, wenn sie gebraucht wird. So beispielsweise an Marktagen, wenn sie vornehmlich ältere Menschen dabei unterstützen, mit Einkaufstaschen in den Bus einzusteigen und das Gepäck zu verstauen oder wenn sie dabei helfen, mit einem Rollator sicher in den Bus zu gelangen. Auch die Begleitung zu Anschlüssen, besonders bei mobil eingeschränkten Personen und Sehbehinderten zählt zu den wesentlichen Aufgaben der Busbegleiter. Abschließend verhindert die Präsenz der Busbegleiter den Vandalismus im Bus und stärkt so das Sicherheitsgefühl der Mitfahrenden.

Das Projekt wird von der Bildung + Lernen gGmbH geleitet. Die fachliche Qualifizierung der Busbegleiter/innen erfolgte durch die VKU. Thorsten Schmitz als Geschäftsführer der Bildung + Lernen gGmbH stellte die Verbindung zwischen dem Jobcenter Kreis Unna und dem Verkehrsunternehmen her. „ Nicht alle ALG II Empfänger sind für den Job als „Busbegleiter“ geeignet. Aber dank unserer guten Kooperation mit der VKU haben wir inzwischen neun engagierte Busbegleiter, die mit Begeisterung dabei sind.“

Damit die Motivation bei den Busbegleitern, die zuvor in der Regel viele Jahre arbeitslos waren, erhalten bleibt, setzt die Bildung + Lernen Jobcoaches ein. Sie stehen den Busbegleitern unterstützend zur Seite, wenn es darum geht, Probleme zu lösen die einer längerfristigen Beschäftigung im Wege stehen könnten. Oftmals sind das gesundheitliche Beeinträchtigungen oder finanzielle Probleme.

In der fachlichen Qualifizierung ging es dabei um Liniennetzkenntnisse, Verkehrsregeln und natürlich um den Umgang mit den Kunden.

Seit November 2017 sind die Helfer  sechs Stunden pro Tag im Einsatz. Eine von außen erkennbare Aufwertung erfahren die Busbegleiter durch eine Uniform. Sie tragen mit Stolz eine schwarze Jacke, blaues T-Shirt und sind durch einen Ausweis erkennbar. Man kann sie ansprechen und um Hilfe bitten. Aber häufig ist das gar nicht nötig, denn die Busbegleiter entwickeln je länger sie dabei sind, mehr und mehr ein Gefühl dafür, wer ihre Hilfe im Bus benötigt.

Die Resonanz von allen Seiten ist positiv. Organisatoren,  Busfahrer und auch die Begleiter selbst sind rundum zufrieden. Nicht zuletzt die Fahrgäste sind voll des Lobes. Das Projekt endet zum 31.12.2018. „Wir sind bereits in Gesprächen mit dem Jobcenter über ein mögliches Nachfolgeprojekt“, so Thorsten Schmitz.

03.04.2018 | Am Freitag, den 09.03.18 konnten die Teilnehmer*innen des Ausbildungskurses zur Tagesmutter/- vater nach bestandener Prüfung im Familienzentrum für Bildung und Lernen im Kreis Unna die Abschlusszertifikate stolz in ihren Händen halten. Damit hat eine weitere Gruppe ihre Ausbildung, die das AWO Familienzentrum für Bildung und Lernen im Kreis Unna in Kooperation mit dem Jugendämter der Städte Schwerte, Unna und dem Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Unna durchgeführt hat, ihre Qualifizierung erfolgreich beendet.

In zwei Ausbildungsblöcken mit insgesamt 180 Unterrichtsstunden wurde den Teilnehmer*innen neben den rechtlichen Grundlagen Kenntnisse vermittelt in Bildung, Erziehung und Betreuung, Erster Hilfe, Spiel und Medienpädagogik und im Umgang mit Kindern in besonderen Lebenssituationen (z.B. Trennung, behinderte Kinder, Verhaltensauffälligkeiten, Sprachauffälligkeiten). Der zweite Qualifizierungsblock, der mit der Abschlussprüfung für das Zertifikat des Bundesverbandes für die Kinderbetreuung in Tagespflege endete, stellt für die Teilnehmer*innen insbesondere eine wichtige Erweiterung und Vertiefung ihrer Kenntnisse aus dem Grundkurs dar.

Die Teilnehmer*innen nahmen die Gratulation zur bestandenen Prüfung nicht nur durch die Kursleiterinnen, Frau Heike Kostarellis, und den anderen Mitgliedern der Prüfungskommission entgegen, sondern freuten sich besonders über das persönliche Erscheinen von Frau Mertens vom Fachbereich Familie und Jugend der Stadt Unna, zuständig für die Kindertagespflege. Alle Anwesenden bekräftigten den Nutzen dieses bundesweit anerkannten Abschlusses und der daraus resultierenden Einsatzmöglichkeit von qualifizierten Tageseltern für eine flexible Betreuung von Kindern im Rahmen der Tagespflege. Die nun qualifizierten Tagesmütter/-väter bieten die Betreuung in den Städten Schwerte, Unna, Holzwickede, und Fröndenberg  an.

Insgesamt hat sich diese Ausbildungsform in Kooperation als voller Erfolg erwiesen. Zudem bestätigt sie den bisherigen Trend einer ungebrochenen Nachfrage nach qualifizierten Tagesmüttern/-vätern.

Der nächste Kurs beginnt  am 13.04.18. Interessierte Frauen und Männer können sich beim  zuständigen Jugendamt ihrer Stadt beraten lassen.

Anmeldungen und Informationen zur Qualifizierung erhalten interessierte Frauen und Männer aber auch im AWO Familienzentrum:

Westhellweg 218
58239 Schwerte
Tel.: 02304/981060
Fax.: 02304/9810617
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!<;/a>
Internet:
http://familienbildung.awo-un.de,

13.02.2018 | „Wir sind bunt“, das war das MottOGS Heikenberg 1o der Kinder, Eltern und der Mitarbeiten der OGS am Heikenberg. Am Samstag war es dann soweit: Rund 40 bunt verkleidete Kinder, Eltern und Mitarbeitende haben sich am Schützenplatz in Lünen-Süd getroffen, um gemeinsam am Karnevalsumzug teilzunehmen. Im Vorfeld spendeten die Eltern ganz viele Bonbons, Luftballons etc. als Wurfmaterial. Gemeinsam erstellten die einzelnen Gruppen Plakate mit dem Namen der OGS und ihrem „Gruppenmerkmal“. Alle hatten eine Tasche voll mit Wurfmaterial und zusätzlich waren zwei Bollerwagen mit bunten Bonbons gefüllt.

OGS-Leiterin Corinna Döring und ihr Team bedanken sich für die tolle Unterstützung und für diesen bunten Nachmittag. Es war eine tolle Erfahrung für die Kinder, nicht am Straßenrand zu stehen und zu sammeln, sondern selbst Bonbons zu verteilen.

29.10.2017 | Tobias Peske erlitt mit 18 Jahren einen Schlaganfall, aber davon ließ er sich nie aufhalten. Der junge Mann lernte, selbst zurechtzukommen, hielt an seinen Träumen fest und hat nun den perfekten Job.

Von Claudia Pott 

Tobias Peske ist glücklich. Er hat eine Beschäftigung gefunden, die gleichzeitig sein Hobby ist. Der 29-jährige Kamener macht ein Praktikum in dem Angelladen Baitstore und ist damit „mehr als sehr zufrieden“, sagt er.

Vor zwei Jahren war noch nicht absehbar, ob Peske jemals einen Job finden würde. Grund dafür ist ein schwerer Schicksalsschlag, der sein Leben komplett auf links gedreht hat: „Ich war auf dem Geburtstag eines Schulkollegen. Die Party ging bis in die Nacht und ab dann weiß ich nichts mehr.“

Schwerer Schicksalsschlag 
Der damals 18 Jahre alte Schüler erlitt einen Schlaganfall. „Ich wachte im Krankenhaus auf, konnte meine rechte Seite nicht mehr bewegen und nicht sprechen“, so Peske. Es sei erdrückend gewesen, nichts alleine zu können und alles neu lernen zu müssen, sagt er. Das hat den Schüler, der damals kurz vor seinem Abschluss stand, aber nicht davon abgehalten, es trotzdem mit ganzem Willen zu versuchen. Mit der Unterstützung seiner Familie, die ihm bis heute den Rücken stärkt, schaffte es der Jugendliche, in einer mehrmonatigen Reha Gehen und Sprechen zu lernen.

Während er aus der Reha noch rausgehumpelt sei, fasste er danach schnell Fuß. Mit Hilfe von Ergo- und Physiotherapien sowie logopädischer Unterstützung, fiel ihm das Laufen und Sprechen immer leichter. Trotz solcher Erfolge sollte sein Leben aber nie mehr das sein, was es einmal war. Einige seiner Freunde wendeten sich von ihm ab und sein geliebtes Hobby, das Wasserballspielen, würde er in Zukunft nie wieder ausführen können.

Nie aufgeben 
Aufgeben kam für den jungen Mann aber nie in Frage. Sein Hobby, das Angeln, hing er nicht an den Nagel, sondern lernte, die Angelrute anders zu halten, und konnte dem Sport so weiter nachgehen. Er gab auch dann nicht auf, als er keinen Job finden konnte. Peske schaffte seinen Hauptschulabschluss und begann in einem Berufbildungswerk mit einer Ausbildung zum Mediengestalter. Damit knüpfte er an seine Pläne vor dem Schlaganfall an. Er zog nach der Ausbildung in seine erste eigene Wohnung und fand Wege, alleine zurechtzukommen. „Man lernt, manche Dinge mit einer Hand zu machen – wie zum Beispiel Dosen öffnen“, erzählt Peske.

Arbeit zu finden erwies sich aber als schwierig. „Teils haben die Firmen gar nicht geantwortet“, sagt Peske, der nach einem Bürojob oder einer Beschäftigung im Bereich Mediengestaltung suchte. Er fand vier Jahre lang nichts. Dann lernte er während eines Seminars des Jobcenters den Mann kennen, der ihm bald eine Stelle besorgen sollte.

Eine Tür öffnet sich 
Marco-Sander Fußy ist Arbeitstrainer für das Inklusionsprojekt „NeuEinstellung“ der AWO-Tochtergesellschaft „Bildung und Lernen“. Er lernte Tobias Peske kennen und dachte sich, „Mensch, der könnte mehr gebrauchen –   einen Türöffner, um in einen Betrieb zu kommen“, so Fußy. Genau dieser Türöffner war für Peske die „Unterstützte Beschäftigung“.

Mit der finanziellen Unterstützung der Agentur für Arbeit gingen Fußy und Peske das Projekt Jobsuche neu an. Fußy hörte sich in Kamen um und landete direkt eine „Punktlandung“, sagt er. Er fand in einem Kamener Angelgeschäft, das seine Waren auch online verkauft, den perfekten Arbeitsplatz für seinen Schützling, den nicht nur Mediengestaltung, sondern auch der Angelsport begeistert. „Es ist immer einfach, das zu machen, was man gut kann“, erklärt Fußy seine Vorgehensweise.

Der Arbeitstrainer sprach den Besitzer des Ladens, Kai Malzahn, an und hatte Erfolg. Zunächst waren vier Wochen Praktikum angedacht, daraus wurden aber schnell zwölf. „Die Chemie passt“, sagt Peske über das Arbeitsklima in dem Zweimannbetrieb. Auch Malzahn ist froh um die Hilfe durch seinen Praktikanten. „Er ist eine richtig gute Unterstützung“, so Mahlzahn. Der Ladenbesitzer eröffnet bald ein neues Geschäft, weshalb viel neue Arbeit anfällt. Das Praktikum sei also eine Win-Win-Situation. Er habe zwar viel Zeit in die Einarbeitung investieren müssen, aber es entwickle sich gut. „Bei Tobias merkt man, dass er will“, so Malzahn.

Blick nach vorne 
Ziel der Unterstützten Beschäftigung ist ein fester Arbeitsvertrag, erklärt Fußy, der Peske nicht nur im beruflichen, sondern auch privaten Alltag zur Seite steht. „Wir gehen davon aus, dass es zum Anfang kommendes Jahres einen Arbeitsvertrag gibt“, sagt er. Sicher sei das noch nicht, aber auch Malzahn klingt zuversichtlich. „Er hat gute Chancen, übernommen zu werden. Er gibt sich Mühe und will den Job “, sagt er.

Unterstütztes Arbeiten für eine neue Zukunft

Leitsatz: „Erst platzieren, dann qualifizieren“

„Unterstützte Beschäftigung“ hilft behinderten Menschen auf ihrem Weg in ein festes Arbeitsverhältnis. Der Leitsatz der Initiative ist „Erst platzieren, dann qualifizieren“. Sie wird vom Arbeitsamt finanziert.

Nachdem ein Jobcoach mit der beeinträchtigten Person über ihre Wünsche und Fähigkeiten gesprochen hat, geht es an die Suche nach einem betrieblichen Qualifizierungsplatz. Dabei ist ein Netzwerk mit Arbeitgebern hilfreich, doch nicht immer ist der passende Job dabei. „Ich habe ein Netzwerk, aber in diesem Fall war es Kaltakquise“ so Arbeitstrainer Marco-Sandor Fußy über die Arbeitssuche für Tobias Peske.

Das Ziel der Qualifizierung im Betrieb ist die Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis, erklärt er. Neben der Arbeit im Betrieb gebe es auch Seminartage, an denen beispielsweise gelernt wird, vor anderen Leuten zu sprechen und selbstbewusst aufzutreten.

Fußy ist als Arbeitstrainer während der Qualifizierungsphase für den Lernenden da und steht auch in direktem Kontakt zum Betrieb. Er kläre Arbeitgeber über das Projekt „NeuEinstellung“ auf, so Fußy.

Seine Position bezeichnet er als „Anker“ und „Bindeglied“. Er öffne betroffenen Personen die Türen zu einem neuen Beruf und bleibe auch oft nach der erfolgreichen Festanstellung mit ihnen in Kontakt, so der Arbeitstrainer.

»  Wenn ich aufgestanden wäre, wäre ich einfach umgefallen.  «

Tobias Peske (29)



Foto: Die Chemie zwischen den beiden stimmt: Tobias Peske (l.) mit seinem Chef Kai Malzahn. Peske macht ein Praktikum in dem Angelgeschäft Baitstore und hofft nun auf eine Festanstellung. Ermöglicht wurde ihm die Stelle durch die Initiative „NeuEinstellung“. (Hellweger Anzeiger, Sarad)

 

Originalartikel: Hellweger Anzeiger, 29.10.2017: Aufgeben kam nie in Frage